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Maria-Carmen Perlingeiro ESCULTURAS
Stiftung Brasilea
2014

Die 1952 in Rio de Janeiro in Brasilien geborene und seit 30 Jahren in Genf lebende Künstle- rin Maria-Carmen Perlingeiro wandte sich bereits in den frühen 80er Jahren, während ihres Aufenthaltes in New York, vom Zeichnen progressiv der Bildhauerei zu. Arbeiten aus Marmor entstehen, abstrakte Formen mit anthropomorphischen Zügen. Bald entdeckt sie ihre Vorliebe für Alabaster, eine mikrokristalline Varietät des Minerals Gips. Es hat optisch gewisse Ähnlichkeit mit Marmor, ist aber deutlich weicher als viele Gesteine. Aufgrund seiner geringen Wetterfestigkeit wird der Stein in der Bildhauerei ausschließlich für Innenraumskulpturen genutzt.
Der Akt der Bildhauerei bedeutet für Maria-Carmen Perlingeiro nicht nur, ästhetische und dreidimensionale Objekte zu gestalten, sondern auch, ihnen eine persönliche Aura zu verleihen. Die Materie Stein, aus der sie ihre Skulpturen entstehen lässt, gibt ihr hierfür die totale formelle Freiheit. Aus einem einzigen Stück formt sie ihre Ideen. Insbesondere der Alabaster, wie von Adern durchzogen und daher beinahe körperlich anmutend, lässt mit sich spielen und so entstehen Skulpturen, die warm und weich wirken, dabei zerbrechlich und doch elegant. Maria-Carmen Perlingeiro erschafft aus dem erstaunlich transparenten und Leichtigkeit suggerierendem Stein Alabaster eine lebendige Kunst, die, im Zusammenspiel mit Licht, Formen kontrastiert, verbindet sowie multipliziert und unsere gewohnte Sichtweise bereichert.


 

 

 

 

 

 

© Fotos Eva Flury

Mittels Bohrungen und Löchern, die Maria-Carmen Perlingeiro als kleine Geheimnisse platziert, die sich nur der Künstlerin erschliessen, verschwimmt das Innen mit dem Aussen, mehrere Skulpturen verbinden sich scheingar übergangslos und es entstehen Skulpturenlandschaften.
Für Maria-Carmen Perlingeiro müssen ihre Skulpturen einen lebendigen Impuls ausdrü-cken, der in Widerspruch mit der verwendeten Materie tritt, deren organische Formen das Licht einfangen und den Beobachter dazu verführen, eine gleichzeitig haptische und visuelle Erfahrung zu machen. Das Spiel mit dem Licht schmeichelt dem zarten Alabaster und unterstreicht simultan seine Zerbrechlichkeit. Dünn geschnitten scheint der Stein beinahe transparent, nahezu schwerelos. Maria-Carmen Perlingeiros Skulpturenlandschaften sind aus Stein und schweben dennoch, lassen Licht den Raum und die Materie durchdringen.
Die Stiftung Brasilea präsentiert ausschliesslich Arbeiten aus Stein und bindet diese auf drei Ebenen in ihre lichtdurchfluteten Räumlichkeiten ein. Die Ausstellung splittet sich auf die drei Ausstellungsebenen und beginnt mit einer Skulpturenlandschaft im Parterre. Eine schwebende, 15 Meter lange Installation scheint auf einem „Lufttisch“ platziert zu sein, die Unterkante aller Objekte in identischer Höhe, oben ergibt sich ein Relief, durch das sich der Betrachter bewegen und je nach Position seine Perspektive wechseln kann. Die Instal- lation durchzieht den Raum diagonal, Schatten und Lichtspiele vergrössern den Multiplika- toreffekt zusätzlich, der bereits durch die Varietät der hängenden Objekte besteht.
Im Hochparterre befinden sich neben Wandarbeiten und einer Vitrine mit kleinen, zarten Objekten zwei Wohnlandschaften, die sich anlehnen an die persönliche Lebenssituation der Künstlerin. Wie in ihrem Zuhause geht das Atelier nahtlos in den Wohnraum über, die Skulpturen werden wohnlich integriert und der kalte Stein wirkt nicht abstrakt, sondern sehr zugänglich.
Im oberen Stock werden drei Räume bespielt. Insbesondere Alabasterarbeiten, Platten mit zartem Goldrelief, spielen mit der Wahrnehmung, haben eine mystische Ausstrahlung. Alle Arbeiten sind beleuchtet, die Materialität wird unterstrichen und gleichzeitig entheben sich die Kunstwerke ihrer und werden lebendig und warm, verleiten zum Berühren.
Daniel Faust 


 

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